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Garten der Erinnerung
Architekturmuseum Augsburg


'Erinnern Sie sich?' 'Am besten starte ich mit meiner ersten Begegnung mit Bärbel Hische: Ich wurde zur Probeinstallation eingeladen, biege um die Ecke und dachte: Na endlich, dachte ich mir, räumt hier mal jemand auf.'
'Die Kunst darf alles, vor allem muss sie alles dürfen, sie beansprucht Raum, sie braucht ihn, um wahrgenommen zu werden. Was nun, wenn kein Platz mehr zur Verfügung steht, wenn keine Skulptur den Platz einnimmt, den sie fordert oder bräuchte und der Betrachter orientierungslos wird, jetzt eben nach Orientierung sucht?
Die Künstlerin hat diese Situation angetroffen: Viel Kunst, vage Achsen, Streuobst. Sie hatte vielleicht drei Möglichkeiten: Sie setzt ihre eigene Installation, die alles andere wegfegt, sie legt den Garten mit einem Kahlschlag frei, oder, sie entzieht uns den Blick auf die Kunst. Letzteres hat sie getan. Freud hätte seine Freude; ließe sich die Psyche so spielerisch einpacken, damit wir beim Entkleiden das Darunter neu entdecken, wären wir auf einem guten Weg, den Garten neu zu entdecken. Die Intervention sollte auf jeden Fall im engen Kontext zu dem Gartengelände stattfinden. Sie hat nicht den ortsbezogenen Standpunkt geändet, sondern den visuellen, sie hat die Sicht auf die Dinge neu formuliert, um unseren Blick auf den Garten und seine Funktion zu ermöglichen.
Ungekannte Räume sind Bärbel Hisches Spezialität, Schicht auf Schicht legt sie, um das Innerste freizulegen, für mich liegt darin die große Faszination ihres überaus sinnlichen Werkes. Darin liegt der rote Faden, der alles durchzieht. Das Fremde, Verborgene sichtbar zu machen in der Veränderung, Verschlüsselung, Verfremdung.'

Beate Kreutzer, Architektin, Augsburg

Auszüge aus der Eröffnungsrede

29 Behausungen für 29 Skulpturen in verschiedenen, den vermessenen Objekten angepassten Größen, in den Skulpturengarten des Architekturmuseums Augsburg installiert.

Eine Ausstellung des Architekturmuseums Augsburg in Zusammenarbeit mit der Ecke-Galerie, Augsburg 2009