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Ferngerückte Existenz
Vitrine vor dem Bezirksamt Tiergarten


Die gläserne Vitrine im öffentlichen Raum vor dem Rathaus, mit der vielversprechenden Auf-schrift „Bezirksamt Tiergarten” ist mit Insignien bestückt, welche die Betrachter auf den Um-gang eben mit Tieren und der Wahrnehmung der Verhältnisse zu ihnen, besonders im urbanen Umfeld, anspricht.

Inhaltlich befasst sich die Arbeit mit einer ambivalenten Situation. Für mich als Künstlerin stellt sich die Frage, ob die Beziehung des Menschen zum Tier, als animalischem Wesen, einen kaum noch überbietbaren Grad von Künstlichkeit erreicht hat. Was veranlasst den Menschen, das Haustier so eklatant vom Schlachtvieh oder dem Versuchstier zu unterscheiden. Wie ist es zu den Klassifizierungen, hier das luxuriöse Heimtier dort das sogenannte Nutztier, gekommen? Darf man Tiergattungen so kategorisch voneinander trennen?

Bei der Beschäftigung mit Landwirtschaft und Tierhaltung stellt sich die Frage nach der Wahr-nehmung von dem Umgang mit der Kreatur um so mehr, als der Mensch im urbanen Raum seinen Bezug zu ihr verliert. Die säuberlich gefalteten Kaninchenfelle in der Vitrine, längst ein Ab-fallprodukt der Schlachtindustrie, versetzten so manchen Stadtbürger in helles Entsetzen und ließen tatsächlich die Frage aufkommen, ob denn da wirklich Tiere getötet worden sind.

Kaninchenboxen mit Heufüllung, Kaninchenfelle, bemalte Kacheln

Größe: L 3.20 x B 2.10 x H 1.50 m

Eine Ausstellung der Otto-Nagel-Galerie in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Berlin-Mitte 2006